Ökumene in Öhringen

Die Zusammenarbeit mit den ökumenischen Schwesterkirchen in Gestalt ihrer Gemeinden vor Ort ist für uns Verpflichtung und Anspruch.

Die Katholische Kirchengemeinde St. Joseph, die Evangelische Kirchengemeinde Öhringen, der Evangelisch-Methodistische Kirchenbezirk Öhringen und die Neuapostolische Kirche Öhringen haben im Juli 2017 die ACK Öhringen gegründet (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen). Sie ist Anwalt der Ökumene in der Stadt Öhringen und besteht aus je drei Delegierten der jeweiligen Kirchengemeinde, von denen eine/r ein/e Hauptamtliche/r sein soll. 

Die ACK Öhringen erstellt z. B. den jährlichen Kalender der ökumenischen Veranstaltungen, wie z. B. Ökumenische Gottesdienste, die gemeinsame Eröffnung des Kirchenjahres am Vorabend des 1. Advents, den ökumenischen Kanzeltausch, und plant gemeinsame Aktivitäten der Kirchengemeinden.

Gleichzeitig verbindet uns christliche Gemeinden die gemeinsame Trägerschaft diakonischer und sozialcaritativer Initiativen: der ökumenische Krankenhausbesuchsdienst, der ökumenische Altenheimbesuchsdienst und die Öhringer Tafel.

Ein Blick auf die Stadt und die Kirche - Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen berät zukünftige Aufgaben

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK Öhringen) hat im vergangenen Jahr einen Gesprächsprozess begonnen. Er soll den Vertretern der Ökumene helfen, den Blick auf die aktuelle Situation der Stadt zu schärfen und die Herausforderungen für die Kirche zu erkennen. Im ersten Schritt gab es dazu einen Austausch im ökumenischen Kirchengemeinderat und unter den Mitgliedern der ACK. Nun wurden Mitte Februar vier Gäste zu einem Podiumsgespräch eingeladen. Ein Schüler der 12. Klasse an der Richard-von-Weizsäcker Schule, ein junges Mitglied des Gemeinde­rates, ein junger ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der Freiwilligen Feuerwehr und eine berufstätige Mutter und Familienmanagerin erzählten, wie sie die Stadt Öhringen erleben, wie sie Kirche wahrnehmen und was sie von Kirche für die Gesellschaft erwarten. Bei einer grundsätzlich positiven Wahrnehmung unserer Stadt kamen als Entwicklungsmöglichkeiten unter anderem die Themen Verkehr und Mobilität, Ange­bote für junge Menschen, Arbeits- und Lebensmöglichkeiten für junge Erwachsene, Kindergartenplätze und ehrenamtliches Engagement zur Sprache. Der Blick auf die Kirche fiel für die ACK-Vertreter ernüchternd aus. Gerade die jüngeren Gäste bestätigten, dass es bei jungen Menschen ein „allgemeines Desinteresse“ im Blick auf Kirche gebe und deshalb wenig bis keine Erwartungen an Kirche vorhanden seien. Positiv wurde das hohe ehrenamtliche Engagement in den Kirchen gewürdigt und der Einsatz im Kindergarten-Bereich. Als Impuls wurde den Vertretern der Kirchen mit auf den Weg gegeben, mit sozial und politisch engagierten Akteuren und Gruppen verstärkt die Kooperation zu suchen und mehr „kooperativ zu denken“. Als konkrete Erwartungen formulierten die Gäste beispielhaft die Mitwirkung an einem Ferienprogramm für Kinder, „mehr Ökumene“ und deutliche Positionierungen der Kirchen in den gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Kommunale wie kirchliche Verantwortungsträger bräuchten einfach „Mut, die Stadt neu zu denken“.

In der kommenden Sitzung werden die Mitglieder der ACK die „kirchliche Groß­wetterlage“ anschauen. Danach werden die verschiedenen Wahrnehmungen der Stadt und der Kirche ins Gebet genommen und in einem weiteren Austausch beraten, welche Herausforderungen und eventuell neue Aufgaben sich für die Ökumene und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Öhringen daraus ergeben.

 

Klaus Kempter

Evangelische Kirchengemeinde