Ein Wort zu den Kar- und Ostertagen

Pfr. Kempter über die besonderen Kar- und Ostertage in diesem Jahr.

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Mitchristen,

jetzt kommt bald der Höhepunkt des Kirchenjahres, die Kar- und Ostertage. Für viele ist es besonders schmerzlich, dass sie die vielfältigen und wichtigen Gottesdienste nicht miteinander in unseren Kirchen feiern können.
Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, die Osternacht und Ostern müssen wir dieses Jahr zuhause feiern – allein, in der Familie, mit dem Partner, der Partnerin. Die einen feiern einen kleinen Hausgottesdienst. Andere singen Lieder, hören Musik, vielleicht eine Passion von Bach oder eine Osterkantate. Andere feiern einen Gottesdienst am Fernseher, am Radio, via Internet mit.
Ich werde an jedem der Feiertage eine schlichte Liturgie in einer der Kirchen unserer Seelsorgeeinheit feiern. So wird am Abend des Gründonnerstags die Kirche leer sein, am Karfreitag das Kreuz wie gewohnt vor dem Altar liegen und am Ostersonntag die neue Osterkerze in der Kirche brennen.
Zu jedem der Tage können Sie auf unserer Homepage eine kurze Videobotschaft mit Gedanken, Bibeltexten, Musik und Gebet sehen. Und danach ein paar Eindrücke von den Gottesdiensten in diesem außergewöhnlichen Rahmen.
Tagsüber können Sie – wenn Sie nicht gerade in Quarantäne oder häuslicher Isolation sind – die Kirche aufsuchen. Natürlich immer mit dem gebührenden Abstand zu anderen Besuchern und unter Beachtung der derzeitigen Vorschriften.
Am Palmsonntag werden in und vor der Kirche Palmbüschel zum Mitnehmen da sein. In der Osternacht (Samstag um 21.00 Uhr) sind Sie eingeladen, eine Kerze ins Fenster Ihrer Wohnung zu stellen. Am Ostersonntag wird die Osterkerze brennen. Sie können eine kleine Osterkerze gegen eine Spende mitnehmen. Gerne können Sie diese am Licht der Osterkerze entzünden. Dann sollten Sie ein Glas mitbringen.
Am Ostermorgen gibt es in Öhringen eine ökumenische Aktion. Von 9.50 bis 10.00 Uhr läuten die Glocken. Um 10.00 Uhr wollen wir das Lied singen „Wir wollen alle fröhlich sein“ (Strophen 1, 2 und 5). Der Text findet sich im Gotteslob unter der Nummer 326. Musikerinnen und Musiker des Posaunenchors, der Stadtkapelle, der Jugendmusikschule und die Turmbläser unterstützen uns dabei.
Das soll unser Weg sein, wie Sie zuhause feiern und trotzdem mit der Gemeinde und dem vertrauten Gottesdienstraum verbunden sein können.

Ich wünsche allen gesegnete Kar- und Ostertage, in denen wir die Spannung von Schmerz, Angst, Leid und Tod auf der einen Seite und Treue, Hoffnung, Auferstehung und neuem Leben auf der anderen Seite dieses Jahr sicher ganz besonders erleben werden.
Lassen Sie uns die nicht vergessen, die krank sind und leiden, jene, die sich um andere große Sorgen machen, all die, die in diesen Tagen unter großer Anspannung und Belastung ihren Dienst tun – und unsere Toten, für die wir das ewige Leben bei Gott erhoffen.

Gottes segne Sie und euch alle!

Pfarrer Klaus Kempter